Heimat- und Verschönerungsverein Oberschelden e.V.

   
  Heimatverein-Oberschelden
  Die Kapellenschule
 

Aktivitäten:
Film- und Diavorträge, Ausstellungen. Vorgestellt im Museumsführer Siegerland-Wittgenstein.

"In Oberschelden, 1342 erstmals urkundlich erwähnt, heute ein Stadtteil von Siegen, steht die 1754 gebaute Kapellenschule. Doch schon 1645 wird hier von einer Schule berichtet. Die Kapellenschule hatte einen Glockenturm, der einem späteren Fachwerkbau weichen musste. Im unteren Raum war die Kapelle und im oberen die Schulstube.
Für die Erhaltung dieses alten Gebäudes setzte sich der örtliche Heimat- und Verschönerungsverein Oberschelden e.V. ein und restaurierte im Jahre 1980 in rund 2.000 Arbeitsstunden die alte Kapellenschule. Im früheren Kapellenraum im Keller wurde ein Ausstellungsraum eingerichtet, in dem die zusammengetragenen Stücke zu sehen sind. Dieser wurde 1992 bis 1994 erheblich erweitert. Sie umfassen das ländliche Siegerländer Leben in der Form von Gebrauchsgegenständen und Arbeitsgeräten aus Haus-, Garten-, Feld- und Haubergsarbeit, vornehmlich aus dem Heimatort Oberschelden. Darüber hinaus ist eine Stufensammlung mit Arbeitsgeräten aus den Siegerländer Erzgruben zu sehen. Der obere alte Klassenraum dient den Ortsvereinen als Sitzungsraum und ein kleiner Nebenraum dem Heimatverein als Arbeitszimmer."

An der 1754 gebauten Kapellenschule befinden sich heute in der Heimatstube Exponate der dörflichen Bevölkerung, die die Lebensweise der früheren Jahre dokumentieren. Darüber hinaus ist eine Stufensammlung mit Arbeitsgeräten aus den Siegerländer Erzgruben zu sehen. Der obere alte Klassenraum dient den Ortsvereinen als Sitzungsraum und ein kleiner Nebenraum dem Heimatverein als Arbeitszimmer. Es wird jedoch schon 1645 hier von einer Schule berichtet. Die Kapellenschule hatte einen Glockenturm, der einem späteren Fachwerkbau weichen musste. Im unteren Raum war die Kapelle und im oberen die Schulstube. 

Ab dem 15. Jahrhundert begann man hier, die Wasserkraft des Scheltebach zu nutzen und Blasebälge, die mit aus Tierhäuten bespannten Holzrahnen gefertigt waren, über große Wasserräder anzutreiben. Der zur Verhüttung benötigte Luftstrom konnte so gezielt den Windöfen zugeführt werden und man konnte die vielen kleinen unwirtschaftlichen Windöfen an den Berghängen und die Waldschmieden schließen. Das Wasser des Scheltebach wurde im Hüttenweiher zwischen Gosenbach und Oberschelden gestaut und über einen gesonderten Graben auf das Wasserrad der Oberen Hütte am Gosenbach geleitet und dann in den Gosenbach geführt. Neue größere Hütten und Schmieden wurden  in den Tallagen errichtet.

Bereits in den 1930er Jahren grub der bekannte Siegerländer Heimatforscher Otto Krasa aus Gosenbach in der Oberscheldener Lurzenbach bei „Wandulfs Schmiede“ nach Zeichen einer Frühbesiedelung durch Kelten in der Gegend.

Bei archäologischen Untersuchungen wurde festgestellt, dass hier mehr als 1000 Jahre lang Eisen gewonnen und verarbeitet wurde (circa 400-330 v.Chr. bis 1100. n. Chr.). Er fand Windöfen aus der LaTène-Zeit (300 vor bis 100 nach Chr.). Zu dieser Zeit siedelten sich Kelten im Siegerland an und bauten Brauneisenstein im Tagebau ab. Später wurden einzelne Stollen in den Berg getrieben.

Mitarbeiter des Deutschen Bergbaumuseums und des Westfälischen Museums für Archäologie fanden im Trülleseifen (Trullichseifen) in der Oberscheldener Lurzenbach 2005 einen Ofen aus der Eisenzeit mit einer Datierung 3. bis 2. Jahrhundert v. Chr. Der Ofen ist eingestürzt, lag aber noch  komplett am ursprünglichen Standort. In der Nähe fand man einen zweiten Ofen, der dann vermutlich  im Mittelalter dazu diente, die vorchristliche Schlackenhalde nochmals auszubeuten.

2009 wurden im Dreiborntal erneut an Stollen Ausgrabungen begonnen. Der Nachweis, dass bereits Kelten hier Eisenerz gewonnen haben, wurde erbracht. Vielleicht erfährt man eines Tages mehr über den sagenumwobenen "Wandulf der Waldschmied". 

 
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Heimat- und Verschönerungsverein Oberschelden e. V.